Mein perfekter Pizzateig

Mein perfekter Pizzateig

Hallo Ihr Lieben,

es gibt nicht viele Gerichte, wo man sicher sein kann, dass JEDER sie mag. Pizza ist so eines dieser Allround-Gerichte. Zwar gibt es bei den meisten Menschen sehr präzise Vorlieben und absolute No-Gos, was den Belag betrifft. Dennoch findet jeder irgendeine Variante die perfekt passt. Und mal ganz ehrlich: gibt es was tolleres als eine frisch gebackene, knusprig dampfende Pizza mit dem Lieblingsbelag?

Eigentlich ist es gar keine Zauberei einen Pizzateig selbst herzustellen und die Lieblingspizza zu Hause zu backen. Doch jetzt kommt für mich das große ABER… schmeckt diese Pizza wirklich so, wie man sie z.B. beim Italiener aus dem Steinofen bekommt? Oder wie die tollste Pizza, die man bisher überhaupt gegessen hat? Wenn man ganz ehrlich ist und das Glück hatte, eine handwerklich richtig gut gemachte Pizza essen zu dürfen, lautet die Antwort meistens „Nein“ – zumindest war es bei mir so.

Wenn man sich mit dem Thema Pizza mal etwas genauer auseinandersetzt – und das nicht nur im Rahmen eines Blog-Beitrags den man verfasst 😉 – merkt man, dass es enorme Unterschiede in den Eigenschaften und der Erscheinung eines Pizzateigs bzw. der fertigen Pizza gibt. Oft sind es gerade die vermeintlich simplen Gerichte, wie z.B. richtig gute Bratkartoffeln, ein perfektes Steak oder eben auch Pizzateig, die bei genauerer Betrachtung in der Herstellung alles andere als trivial sind. Zumindest nicht, wenn man ein bestimmtes Idealbild vor Augen hat und diesem so nahe wie möglich kommen möchte.

Seit einigen Jahren backe ich zu Hause häufig selbst Pizza für meine Liebsten. Wenn ich wenig Zeit habe auch mal mit einem Ratzifatzi-Fertigteig aus dem Kühlregal, sonst setze ich den Teig selbst an.

Über die Jahre habe ich sehr viele verschiedene Rezepte ausprobiert und immer mal wieder das Gefühl gehabt, jetzt DAS Rezept gefunden zu haben. Im Nachhinein denke ich oft „Och, wie niedlich, dass Du das für das Maß aller Dinge gehalten hast“… 😛 . So ist das eben im Leben einer Kochverrückten… man ist solange davon überzeugt einen persönliches Idealrezept gefunden zu haben, bis man ein besseres ausprobiert hat und einem das bisherige, nicht mal mehr im Ansatz ideal vorkommt. In solchen Situationen ist mir ganz schleierhaft, wie ich das alte Rezept jemals als DAS Rezept ansehen konnte 😆 .

Vor kurzem war es mal wieder soweit. Ich bin auf einem meiner Lieblingsblogs auf ein ganz wunderbares Pizzateigrezept gestoßen, welches meinen bisherigen persönlichen Favoriten hat ganz schön alt aussehen lassen. Aber wie heißt es so schön: der König ist tot, es lebe der König… oder in meinem Fall das neue Rezept 😎 .

Der frisch angesetzte Teig hat eine ganz tolle Konsistenz. Elastisch, nicht klebrig und dennoch gut formbar – vor allem auch ohne ständig neues Mehl beim ausrollen zugeben zu müssen. Ich habe in dem Fall italienisches 00-Mehl verwendet.

Ein wichtiges Merkmal dieses 00-Mehls ist – gerade wenn es speziell für die Pizza-Herstellung ausgelegt ist – ein höherer Anteil von Klebereiweiss, welches entscheidend für die Backfähigkeit des Teiges ist. Es sorgt dafür, dass der Teig elastisch ist und gut aufgehen kann. Dies ist auch der Grund, warum das Rezept mit nur 6g Hefe auf 800g Mehl auskommt.

Der fertig gebackene Teig hält genau die Qualität, die er schon beim Ansetzen und während der Verarbeitung versprochen hat – einfach unglaublich gut. Herrlich knusprig und luftig aufgegangen. Diese Rezept kommt meiner Vorstellung der perfekten Pizza schon verdammt nah.

Neben einem tollen Rezept, qualitativ hochwertigem Mehl und Leidenschaft, benötigt es aber noch eine weitere, nicht unwichtige Komponente eine perfekte Pizza zu Hause zu backen: die Backtemperatur. Die optimale Temperatur für Pizza liegt zwischen 300°C und 350°C. Leider schaffen das die wenigsten Backöfen 🙁 . Ich backe seit einiger Zeit die selbst angesetzten Pizzateige nur noch mit dem Pizzastein auf dem Gasgrill, da er in der Lage ist diese Temperaturzone zu erreichen. Wer keinen Gas- oder Holzkohlegrill hat, kann es aber mal mit dem Pizzastein im Backofen ausprobieren. Auch das soll schon deutlich bessere Ergebnisse liefern, als auf dem normalen Backblech. Der Pizzastein bietet den Vorteil die Feuchtigkeit aus dem Pizzateig aufzunehmen – ein Blech aus Metall kann dies natürlich nicht – und dadurch den Boden schön kross werden lassen. Bei dieser Variante auf Backpapier zu verzichten und stattdessen das evtl. Anbacken mit etwas Mehl unter der Pizza zu verhindern, versteht sich hoffentlich von selbst 😉 .

Beim Belag sind der Kreativität keine nennenswerten Grenzen gesetzt. Wir lieben zur Zeit eine Kombination mitgebackener und nachträglich daraufgelegter Zutaten. Bei der Pizza oben im Bild haben wir uns für eine normale Basis-Margherita (Tomatensauce und Mozzarella), ergänzt durch ein paar dünn geschnittene und halbierte Gemüsezwiebel-Ringe entschieden. Nach dem Backen habe ich die Pizza mit Rucola, Bündner Fleisch und ein wenig dunklem Balsamico vollendet. Yummi sag´ich Euch 😀 .

Habt viel Spass beim Nachbacken und seid mutig beim Ausprobieren neuer Beläge.

Alles Liebe

Nina

Mein perfekter Pizzateig

Zutaten:

  • 800 g Mehl (Tipo 00)
  • 420 ml lauwarmes Wasser
  • 6 g frische Hefe
  • 15 g feines Meersalz
  • 1 EL Olivenöl

So wird´s gemacht:

  1. Zunächst einen schnellen Vorteig herstellen: Dafür 200g Mehl, 420ml Wasser und die Hefe in einer Schüssel zu einem klümpchenfreien, sehr flüssigen Teig verrühren. Nun 10 Minuten ruhen lassen.

  2. Restliches Mehl, Salz und Olivenöl zufügen. Teig nun vom Liebsten 15-20 Minuten (kein Witz, das hat Sinn) kneten lassen. Wer nicht gerade mit dem Hulk verheiratet ist, der nimmt vermutlich besser die Küchenmaschine auf kleiner Stufe ;-).

  3. Der Teig sollte weder klebrig noch krümelig, sondern elastisch sein. Ansonsten ggfs. etwas Mehl oder Wasser zugeben.

  4. Den Teig nun mit einer Duschhaube abdecken und für 24h bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Bei der Kitchen-Aid passt sie genau über die Schüssel :-). Wer keine Haube benutzen möchte, kann ganz "oldschool" auch ein feuchtes Handtuch verwenden. Hauptsache der Teig ist abgedeckt und trocknet nicht aus.

  5. Zum Verarbeiten den Teig in 200g-300g Portionen aufteilen, ausrollen und belegen.

P.S.: Wer sich über die Duschhaube zum Teigabdecken Gedanken macht: Ich decke meine Hefeteige in der Gärphase immer so ab und nehme die Haube natürlich NUR dafür 🙂 .



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